Wie funktioniert die Datierung pro Marke?
Rolex Seriennummern entschlüsseln
Rolex verwendete bis Mitte 1987 eine fortlaufende, rein numerische Seriennummer (4–7 Ziffern). Wichtig: Mitte 1954 erreichte Rolex die Nummer 999.999 und begann die Zählung von vorn — Seriennummern zwischen ca. 20.000 und 999.999 wurden daher zweimal vergeben (einmal 1926–1954, einmal 1954–1963). Zur Unterscheidung dient der römische Quartalsstempel auf der Innenseite des Gehäusebodens (z. B. „II 54" = 2. Quartal 1954; verwendet 1953–1970). Erst ab ca. 1.008.889 (Anfang 1964) sind die Nummern wieder eindeutig.
Buchstabencodes 1987–2010 (Konsens der Sammlerforschung, ±1 Jahr): R (1987–1988), L (1989–1990), E (1990–1991), X (1991), N (1991–1992), C (1992–1993), S (1993–1994), W (1995), T (1996), U (1997–1998), A (1998–1999), P (2000), K (2001), Y (2002), F (2003–2004), D (2005–2006), Z (2006–2007), M (2007–2008), V (2008–2009), G (2010).
Seit ca. 2010: zufällige 8-stellige alphanumerische Seriennummern ohne Datumsinformation — eine Datierung ist nur über Garantiekarte, Kaufbelege oder Rolex-Serviceunterlagen möglich.
Wo die Seriennummer zu finden ist: Zwischen den Bandanstößen bei 6 Uhr (nach Entfernen des Armbands sichtbar); bei Modellen ab ca. 2005 zusätzlich am Rehaut (innerer Lünettenring). Die Datierung entspricht der Gehäuseproduktion — der Verkauf erfolgte oft 1–2 Jahre später.
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Omega Seriennummern entschlüsseln
Omega nummeriert alle Uhrwerke in einer einzigen globalen, fortlaufenden Sequenz. Eckdaten der echten Tabelle: 1 Mio. ≈ 1895, 10 Mio. ≈ 1944, 20 Mio. ≈ 1963, 30 Mio. ≈ 1969/70, 40 Mio. ≈ 1977, 50 Mio. ≈ 1986–88, 60 Mio. ≈ 1999, 84 Mio.+ ≈ ab 2008. Der Block 52.000.000–52.999.999 wurde nicht verwendet. Genauigkeit: ±1–2 Jahre — die Werke wurden bei der Herstellung nummeriert, die Einschalung konnte 12–24 Monate später erfolgen.
Besonderheit Speedmaster: Auch Speedmaster-Seriennummern stammen aus derselben globalen Sequenz (die ersten Speedmaster von 1957 tragen Nummern ab ca. 15,5 Mio.). Da die Werke jedoch chargenweise nummeriert und teils Jahre später verbaut wurden, weicht die Speedmaster-Datierung ab ca. Mitte der 1970er zunehmend von der allgemeinen Tabelle ab — die Speedmaster Professional blieb z. B. von ca. 1979 bis 1997 im Block 48,1–48,4 Mio. und sprang dann auf 77 Mio. Unser Tool nutzt dafür die Speedmaster-Tabelle nach Roman Hartmann (chronomaddox.com). Die Speedmaster Reduced folgt der allgemeinen Tabelle.
Ab ca. 2008 vergab Omega Seriennummern blockweise pro Werk-Charge (nur grob datierbar), seit ca. 2019 zufällig — dann hilft nur die Garantiekarte oder ein Omega-Archivauszug (Extract of the Archives).
Wo die Seriennummer zu finden ist: Bei Vintage-Modellen auf dem Uhrwerk (eine Nummer auf dem Gehäusedeckel ist meist die Gehäuse-/Referenznummer, nicht die Seriennummer!). Ab den frühen 1990ern ist die Seriennummer zusätzlich außen graviert — am Gehäuseboden oder an der Rückseite eines Bandanstoßes.
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Seiko Seriennummern entschlüsseln
Seiko verwendet ein zyklisches Codierungssystem im Format YMxxxx (6 Stellen, ab 1966) bzw. YMxxxxx (7 Stellen, ca. 1955–1969). Die erste Stelle (Y) ist die letzte Ziffer des Produktionsjahres und wiederholt sich alle 10 Jahre. Die zweite Stelle (M) gibt den Monat an: 1–9 für Januar bis September, 0 (Ziffer Null) für Oktober, N für November, D für Dezember. Das System gilt für alle Werktypen (mechanisch, Quarz, Solar, Kinetic) und auch für Grand Seiko. Vor ca. 1955 enthalten Seiko-Seriennummern keine zuverlässige Datumscodierung; bis ca. 1958 kann die Reihenfolge von Jahr und Monat vertauscht sein.
Beispiel: „7N1234" bedeutet: Produktion im November eines Jahres, das auf 7 endet (1967, 1977, 1987, 1997, 2007 oder 2017). Zur eindeutigen Datierung wird zusätzlich die Werknummer (Kaliber) benötigt — Seiko Kaliber haben dokumentierte Produktionszeiträume.
Häufige Kaliber und Produktionszeiträume: 6139 (1969–1979), 6105 (1968–1977), 6309 (1976–1988), 7002 (1988–1996), 7S26 (1996–ca. 2020), 4R36 (2010–heute), 6R15 (2006–ca. 2020), 9F62 (1997–heute), 9S65 (2010–heute).
Wichtige Ausnahme: Bei den 2019 neu aufgelegten Seiko 5 Sports Modellen (SRPD und Nachfolger) ist die 6-stellige Seriennummer eine reine Produktionsnummer und kein Datums-Code — diese Modelle lassen sich nicht über die Seriennummer datieren (dokumentiert von plus9time.com).
Wo die Seriennummer zu finden ist: Auf dem Gehäuseboden; bei sehr alten Modellen auf dem Uhrwerk. Tipp: Trägt der Gehäuseboden eine Kennung in einem eingeprägten Rahmen, stammt die Uhr aus 1976 oder später.
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Breitling Seriennummern entschlüsseln
Breitling-Uhren lassen sich nur für die Jahre 1944–1978 zuverlässig per Seriennummer datieren — dokumentiert durch Sammler-Archivforschung (navitimer.net/WatchFred, BreitlingSource). Es gibt zwei getrennte Nummernkreise: Chronographen 563.659–1.448.473 und Nicht-Chronographen 298.262–1.004.183. Beide Bereiche überlappen sich — dieselbe Nummer kann je nach Modelltyp verschiedene Jahre bedeuten (Beispiel 750.000: als Chronograph 1950, als Nicht-Chronograph 1956). Deshalb fragt unser Tool den Modelltyp ab.
Nach 1978 folgen Breitling-Seriennummern keinem öffentlich dokumentierten Muster mehr. Alternativen zur Datierung: Die Referenznummer (beginnt ab 1978 mit einem Buchstaben für das Gehäusematerial, z. B. A = Stahl, K = Gelbgold) grenzt die Modellgeneration ein. Ab ca. 2003 trägt das Gehäuse einen 4-stelligen Datumscode zwischen den unteren Bandanstößen im Format Woche+Jahr (z. B. 4304 = Kalenderwoche 43/2004); Metallarmbänder tragen solche Codes bereits ab ca. 1995. Das Breitling-Archiv kann jede Uhr anhand von Serien- und Referenznummer exakt datieren.
Wo die Seriennummer zu finden ist: Auf dem Gehäuseboden, häufig zusammen mit der Referenznummer. Gehäuse wurden teils vorgraviert zugekauft — alle Jahresangaben gelten daher als „circa".
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